Hundeschule Marion Hartmann
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Tipps und Videos zum Hundetraining



Trainingstipp: Signal "Bleib"

 Aus meiner Sicht, sind bei den Grundsignalen zwei Signale von besonderer Bedeutung. Das Signal „hier” (dazu in den nächsten Wochen mehr) und das „bleib”. 

Das „bleib“ bedeutet, dass der Hund unter jeder Ablenkung und allen Umständen an seiner Position aushalten muss. Das ist wichtig für die Sicherheit des Hundes (z.B. der Hund springt nicht auf die Straße, wenn die Autotür geöffnet wird), für den Umgang mit Mensch und anderen Hunden (z.B. bei der Begrüßung drängelt der Hund nicht nach vorn, sondern bleibt hinter seinem Menschen) und auch für den Aufbau weiterer Signale (z.B. beim Aufbau des Apportierens).

Folgende Fehler fallen mir im Alltag immer wieder auf und ich nenne Tipps, wie kann man es besser machen:

Fehler: das bleib wird während der Ausführung ständig wiederholt. Dazu muss man wissen, dass der Hund die Signale wie eine Art Vokabel lernt. Ein einmaliges bleib heißt daher etwas anderes als wenn ich das Wort fünfmal wiederhole. Außerdem kommt enorm viel Unruhe ins Training. 
Besser: Das Signal wird einmal gegeben, löst der Hund von sich aus auf, wird die Übung ruhig unter einfacheren Umständen wiederholt.


Fehler: das bleib wird ohne das passende körpersprachliche Signal aufgebaut. 

Dazu muss man wissen, dass der Hund überwiegend die Körpersprache des Menschen beachtet. Eine Tatsache, die wir uns später sehr zu Nutze machen können, denn wir können ein bleib geben, obwohl wir nicht in Hörweite des Hundes sind, sofern man nicht mit der Hundepfeife arbeiten will.
Besser: Zunächst sollten immer zu dem verbalen bleib auch das Handzeichen gegeben werden. Das Handzeichen sollte auch immer in der gleichen Art gegeben werden. Erst später, wenn der Hund das Signal gut beherrscht, trainiert man das Wort und das Sichtsignal getrennt voneinander.

Fehler: der Hund rutscht Zentimeter für Zentimeter aus dem Bleib heraus, bleibt also nicht ruhig in seiner Position und wird dennoch belohnt.
Besser: Sobald sich der Hund bewegt, ihn ruhig wieder in seine Ausgangsposition bringen, kurz abwarten, erneut entfernen, wieder zurück zum Hund, belohnen, Signal auflösen.

Fehler: die Übungsschritte werden schnell viel zu groß. Der Mensch entfernt sich schnell viel zu weit und muss dann zu oft korrigieren. In der Folge sind Mensch und Hund frustriert.
Besser: Langsam die Distanz oder die Ablenkung erhöhen. Es ist ein Unterschied und damit ein weiterer Trainingsschritt, ob der Blickkontakt gehalten wird oder der Mensch den Rücken zukehrt. Jeder Trainingsschritt sollte separat aufgebaut und stabilisiert werden.

Fehler: Dynamik als Ablenkung wird unterschätzt. Gerade junge Hunde haben enorme Probleme damit, schnelle Bewegungen von Menschen, Hunden oder Spielzeug auszuhalten.
Besser: Bei Einführung von Dynamik (z.B. Ball fliegt oder Hund läuft vorbei) mit einer Hilfsperson arbeiten, sodass der Hundehalter während der Dynamik beim Hund bleiben kann und das “Aushalten” im Bleib schnell belohnen kann, ggf. aber auch mehr Distanz zu der dynamischen Situation herstellen kann.

Fehler: viel zu oft werden die Hunde aus dem bleib abgerufen und dann belohnt. Dabei wird aber übersehen, dass dann die Belohnung für das Herankommen erfolgt. Das ruhige bleib ist nicht belohnt worden.
Besser: Besonders in der ersten Zeit immer zum Hund zurückgehen und dort das bleib belohnen und dann auflösen und gemeinsam weitergehen.

Fehler: das Timing bei der Belohnung stimmt nicht. Z.B. wird das Futterstück zu hoch oder zu weit weg gehalten, sodass sich der Hund sich das Futter holt und dabei aufsteht.
Besser: Belohnen mit Futter und/oder verbal wenn der Halter wieder beim Hund angekommen ist und das Futterstück direkt beim Maul des Hundes ist (hierzu siehe Foto).


 

Trainingstipp Liegestellentraining:

Warum ist es mir so wichtig, dass die Hunde trotz größter Ablenkung (fremde Menschen klingeln und bewegen sich im Haus), auf ihren Hundebetten bleiben? Ganz einfach: Hundetraining beginnt immer zu Hause. Mit dieser Übung übernehme ich Verantwortung für unseren Lebensraum und zeige meinen Hunden, dass sie nicht als Wachposten in Stellung gehen müssen. Wir Menschen entscheiden, wer ins Haus kommt und sich bewegen darf. Für Hunde ist die freie Bewegung und die Kontrolle ein hohes Privileg. Nun ist mir wiederum sehr wichtig, dass Sammy und Kijani sich bei allen Gelegenheiten an mir orientieren, mir die Entscheidung oder die Kontrolle überlassen. Da ist die Verbindung: Ich möchte, dass meine beiden zunächst einmal bei mir bleiben, wenn wir auf dem Spaziergang auf Menschen, Hunde oder andere Tiere treffen. Sofern mir das nicht in meinen vier Wänden gelingt, werde ich ganz sicher draußen in Schwierigkeiten geraten. Ganz nebenbei ist es für alle Beteiligten enorm entspannend, wenn Hunde auch mal auf Abstand bleiben können. Bei der heutigen Szene war einer der Handwerker sichtlich erleichtert und dankbar, dass Sammy und Kijani ruhig blieben.